Dies & Das Jugendbuch Krimi

Kinder-Jugendkrimipreis 2018

Hansjörg Martin Preis 2018

Die fünf nominierten Bücher für den HansJörg-Martin Preis 2018

Der einzige deutschsprachige Kinder-Jugendkrimi Preis wird vom Syndikat vergeben, der Autorengruppe deutschsprachiger Kriminalliteratur.

Die Jury, der auch ich angehöre, hat es sich nicht leichtgemacht und aus fast 50 eingereichten Büchern diese fünf Titeln nominiert. Gelesen haben 4 Erwachsene und mehrere Kinder und Jugendliche aus Graz in Österreich. Gerne hätten wir noch mehr Bücher nominiert, da uns viele Bücher gefesselt und interessiert haben. Am 5. Mai 2018 wird in Halle an der Saale im Rahmen der großen Preisverleihungsgala des Glauser Preises der Siegertitel bekanntgegeben.

Nominiert und absolut lesenwert sind diese Bücher:

Mein Freund CharlieMein Freund Charlie – von Tanya Lieske, Verlag Beltz & Gelberg – 171 Seiten
Der zehnjährige Niks muss mit seinem Vater von Lettland nach Deutschland ziehen. Zu seinem Glück findet er bald einen Freund. Charlie hilft ihm, sich in dem neuen Land zurechtzufinden. Er lehrt ihn einige Tricks, nicht alle ganz legal. Die beiden Jungs werden in ein Verbrechen hineingezogen. Unbedarft, mit staunendem Blick versucht Niks, in dieser Welt klarzukommen. Liebenswerte Figuren bevölkern diese erfrischend unpädagogische Geschichte. Der Verlag empfiehlt es ab 10 Jahren – ich würde es ab der 6. Schulstufe einsetzen. Mit nur 171 Seiten ist dieses Buch auch für „Wenig-Leser“ sehr gut geeignet. Vor allem die Jugendjury war von diesem Titel sehr angetan.

 

Der SchussDer Schuss – von Christian Linker – Verlag dtv – 320 Seiten
In einem sozialen Brennpunkt wirbt der karrierebewusste junge Rechtspopulist Fred für seine Partei. Sein ehemaliger Kumpel, der siebzehnjährige Robin, ist auf Bewährung. Robin hält sich bislang aus allen Konflikten heraus, bis er einen Mord vereitelt und ihm brisantes Material zugespielt wird. Im Konflikt zwischen Familie, Freundschaft und Liebe muss er Farbe bekennen. In einer Zeit sich verschärfender politischer Spannungen erzählt der Autor eine packende Geschichte. Ein vielschichtiger Roman für jedes Lebensalter.  Der Verlag schlägt dieses Buch ab dem Alter von 14 Jahren vor – ich würde es ab 16 Jahren empfehlen – wir waren uns alle einig: sehr aktuell und spannend. Ich persönlich würde dieses Buch auch gerne in den Händen von vielen Erwachsenen sehen.

 

Was wir dachtenWas wir dachten, was wir taten – von Lea-Lina Oppermann – Veralg Beltz & Gelberg – 180 Seiten
Geiselnahme einer Schulklasse. Ein bewaffneter und vermummter Eindringling zwingt die Schülerinnen und Schüler zur Offenbarung von persönlichen Geheimnissen. Das bisherige Machtgefüge in der Klasse bricht zusammen. Mit einer kompromisslosen und wechselnden Figurenperspektive eröffnet die Autorin ein weites Diskussionsfeld. Die klare, lebensnahe Sprache vermittelt glaubhafte Charaktere, in denen sich junge Menschen wiedererkennen können. Ein gelungenes Debüt. Auch hier spricht die geringe Seitenzahl für einen Einsatz in Schulklassen ab der 8. Schulstufe.

 

Glück ist was für anfängerGlück ist was für Anfänger – von Ortwin Ramdan – Verlag Coppenrath – 352 Seiten
Schulversager trifft auf Millionärssohn. Der im Rollstuhl sitzende Maximilian erwischt Oleg bei einem Einbruch in seine Villa. Er zwingt ihn zu einem Pakt. Trotz vieler Hindernisse, wie Diebstahl und Entführung, erwächst widerstrebend eine Freundschaft. Die zwiespältige Beziehung der beiden findet ihren Höhepunkt in einer aufregenden Verfolgungsjagd zu Wasser. Mitreißend, politisch inkorrekt, abenteuerlich, ein herrlich amüsanter Roman. Für gute Leser ab der 7.Schulstufe.

 

 

EndlandEndland – von Martin Schäuble – Verlag  Hanser – 224 Seiten
In einer nahen Zukunft hat sich Mitteleuropa rechtsnational radikalisiert. Der linientreue junge Soldat Anton erhält den Geheimbefehl, sich inkognito unter eine Flüchtlingsgruppe zu mischen. Die Begegnung mit den Flüchtlingen verändert ihn. Vor allem die junge Äthiopierin Fana bringt sein bisheriges Weltbild ins Wanken. Als er merkt, dass er von seinen Vorgesetzten für deren Ziele benutzt wird, muss er sich entscheiden. Beängstigend nah an der Realität zieht uns dieser Roman in seinen Bann. – Bereits ausgezeichnet mit Leipziger Lesekompass 2018.  Ich persönlich würde dieses Buch zum Pflichtbuch für die Oberstufe (ab der 9.Schulstufe) machen.

 

Und wen das Syndikat interessiert, kann sich gerne hier informieren!
 

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