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Kunstvolle Märchenbilderbücher

Heute möchte ich euch einen großartigen Illustrator ans Herz legen. Den 1971 in Weißrussland geborenen Künstler Anton Lomaev. Der kleine Wunderhaus Verlag aus Dresden hat drei seiner wunderbar illustrierten Märchenklassiker in großformatiger Aufmachung herausgebracht.  Für jedes Buch hat der Illustrator seine eigene Interpretation gefunden. Sind die Zeichnungen bei der kleinen Meerjungfrau teilweise verträumt und sehr fantasievoll, so reduziert er gekonnt und einfallsreich die Geschichte von Rotkäppchen auf die Darstellung einer historischen Wandertheatergruppe.

   

Gerne nehme ich die Bücher mehrmals in die Hand, gilt es doch bei der Betrachtung immer wieder neues zu entdecken. Vor allem bei meinem persönlichen Lieblingsbuch der dreien: Das tapfere Schneiderlein.

Manche Bilder erinnern mich an (die nie zur Gänze erfassenden) Gemälde des niederländischen Malers Pieter Bruegel. In den bunten Illustrationen von Lomaev steckt sehr viel Humor und Liebe zum Detail. Sie verleiten sogar mich als Erwachsenen, sich auf eine bildhafte Entdeckungsreise zu begeben.

Eine einzige kleine Kritik muss ich dann doch noch anbringen. Obwohl ich eine Liebe zu alten Texten habe, hätte ich hier gerne gehabt, dass auch die Geschichten in moderner Sprache erzählt werden sollten. Denn viele Ausdrücke aus den alten Märchenbüchern kennen die Kinder heute nicht mehr. Ich fände es Schade, wenn diese wirklich schönen und haptischen Märchenbände vorwiegend in die Hände von erwachsenen BilderbuchliebhaberInnen geraten. Aus meiner Vorleseerfahrung weiß ich aber, dass die Kinder auch offen für alte Wörter sind, wenn sie diese erklärt bekommen.

Noch eine kleiner Geheimtipp: Anton Lomaev hat auch mein absolutes Lieblingsmärchen den „kleinen Muck“ illustriert und dies kommt im August 2018 beim Wunderhorn Verlag heraus.

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