Allgemein AutorInnen

Nöstlinger – Mundartgedichte

Viel ist in den letzten Tagen über das Ableben von der groß- und auch einzigarten Christine Nöstlinger geschrieben worden. Kaum ein Morgen ist damals 1979 verstrichen, ohne dass ich auf Ö3 ihren Geschichten und den kindlichen Philiosophien des Dschi Dsche-i Wischers gelauscht habe. Vorher habe ich mich nicht auf den Weg in die Schule gemacht. Und ich weiß, ich bin nicht alleine damit. Jedes Kind, das damals gerne gelesen hat, kam an den Bücher von Christine Nöstlinger nicht vorbei. Auch wenn einige (konservative) BibliothekarInnen und LehrerInnen ihre „vulgäre“ Sprache ablehnten. Wir haben sie geliebt.

Erst Jahre später, durch meine pädadgogische Ausbildung, bin ich auf die Mundartgedichte von Christine Nöstlinger gestoßen:

„Iba de gaunz oaman kinda“ – „Iba de gaunz oaman Fraun“ – „Ib des gaunz oaman mauna“

Vor allem die „oaman Kinda“ haben mir es angetan.  Ich möchte hier gar nicht viel rezensieren, denn die Figuren in diesen Büchern sprechen für sich selbst. Möchte sie aber allen erwachsenen Liebhabern von Christine Nöstlinger und Mundartfreunden ans Herz legen.  Die einzelnen Bände sind leider vergriffen, doch der Residenz Verlag hat dankenswerter Weise einen „Best of“ Band herausgebracht und hält ihn bis heute lieferbar.

Hier der Text vom Residenz Verlag:  Christine Nöstlinger – Iba de gaunz oamen Leit

In den 1970-er Jahren veröffentlichte Christine Nöstlinger drei bemerkenswerte Gedichtbände, die die sozialen Zustände von Menschen der damals so genannten „Unter-“ oder „Arbeiterschicht“ widerspiegeln. Diese Trilogie ist inzwischen ein Klassiker und viele Figuren sind berühmt geworden. Der „Geiga-Gotti“ zum Beispiel, der den Sprung vom „gaunz oamen Kind“ zum „gaunz oamen Mann“ bruchlos geschafft hat. Seinen Lebensweg säumen „gaunz oamen Frauen“ und viele andere. Christine Nöstlinger erzählt jenseits von Wiener Gemütlichkeit und lustvoll-humoriger Sozialpornografie von Schicksalen, die nachdenklich stimmen. Ihr Blick auf die Menschen und deren Schicksale ist dabei niemals anklagend. Sie betrachtet ihr Umfeld liebevoll, mit kritischer Distanz und Respekt. Diese Gedichte sind eine Würdigung an die Menschen, denen es „hint und vuan ned zsamgeht“, die aber trotzdem fast jeden Morgen wieder aufstehen. Ein Muss für alle Freunde der Wiener Dialektdichtung!

You Might Also Like